In Deutschland geht es derzeit in Sachen Politik ziemlich rund. Leider nicht im positiven Sinn, sondern eher in Form von Konflikten, Streitereien, Diskussionen und Forderungen zur Amtsaufgabe. Besonders im Blickfeld sind Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler und FDP-Chef Guido Westerwelle. Auf die Frage, was sie denn so Schlechtes gemacht haben, dass die Mehrheit der deutschen Politiker gerade kein gutes Haar an ihnen lässt, kann man nur antworten, dass sie eben nichts machen. Letzte Woche war noch Angela Merkel der Buhmann, diese Woche ist es Guido Westerwelle. Vielleicht ist es auch wirklich ein bisschen viel was er sich da zumutet, denn in gleich 3 Ämtern gute Ergebnisse zu erzielen und jedem gerecht zu werden ist selbst für den vor Ehrgeiz und Selbstwertgefühl strotzenden Westerwelle kaum möglich. Und gerade jetzt, in der Zeit in der die Wahlumfragen nicht gerade für FDP/CDU sprechen, die Wirtschaftskrise allen immer noch zu schaffen macht und die Bürger auf gute Aktionen der Politiker warten, kommt Westerwelle seinen Aufgaben als Vizekanzler, Außenminister und FDP-Parteichef nicht mehr nach. Einige andere Politiker fordern sogar die Amtsaufgabe, obwohl das die Wahlergebnisse wahrscheinlich nur noch mehr nach untern ziehen und bei den Wählern keinen guten Eindruck machen würde.
In der Wirtschaft sieht es aber auch nicht besser aus. Das Erdöl sprudelt immer noch fröhlich aus dem Meeresgrund und hat nun schon einige Landstriche und Küsten am Golf von Mexiko erreicht und dementsprechend Schaden angerichtet. Nicht nur, dass viele Tiere an der Ölkatastrophe sterben, viel schlimmer sind wahrscheinlich die Folgen für die Sümpfe, die Küsten und die Fischer, denen die Fische buchstäblich davonschwimmen. BP-Chef Tony Hayward scheint die Ausmaße dieser Katastrophe aber nicht so ganz zu überreissen. Einmal spricht er davon, dass es ihm Leid täte, auf der anderen Seite hat er aber die Zeit, an einer Segelregatta teilzunehmen, während viele Menschen an den Stränden die von Öl verklebten Vögel einsammeln. Von einem Rücktritt des BP-Chefs ist zurzeit noch nicht die Rede, zwar leitet derzeit der geschäftsführende Direktor Bob Dudley den Kampf gegen das nicht zu schließende Bohrloch, aber nach einem Wechsel in der Führungsposition von BP sieht das noch lange nicht aus. Solche Diskussionen über Führungswechsel und wer denn letztendlich schuldig ist, sind aber für die Umwelt oder die betroffenen Bevölkerung uninteressant. Lieber sollte sich BP Gedanken darüber machen, wie auf dem schnellsten Weg kein Öl mehr ins Meer fließt, denn rückgängig kann man den Schaden nicht machen, auch nicht durch die bereits gezahlten 84 Millionen Euro Schadensersatz.
Die Deutsche Nationalelf hat ihr zweites WM-Spiel hinter sich und leider verlief es nicht ganz so, wie man sich das nach dem letzten Spiel vorgestellt hatte. Zwar war es eine beachtliche Leistung ?nur? 0:1 gegen Serbien zu verlieren, wenn man bedenkt, wie viele gelbe Karten die Deutschen bekamen, dass sie schon vor der zweiten Halbzeit nur noch zu zehnt spielten, da Klose wegen einer roten Karte vom Platz musste und dass Podolski sogar die Elfmetertorchance verpatzte. Psychisch also einwandfrei durchgehalten, spielerisch jedoch um Meilen schlechter als im Spiel davor und vor allem schlechter als die Serben. Die deutschen Fans also erst im Siegesrausch, sicher, dass Podolski, Klose und Lahm die Nationalelf ohne Probleme ins Finale bringen und dann im Spiel gegen Serbien plötzlich die Ernüchterung und auch die Panik, dass nun alles vorbei ist und Deutschland sich auf eine WM ohne die eigene Mannschaft vorbereiten kann. Dabei ist noch nichts entschieden und außerdem ist es nicht das erste Mal, das Deutschland in der Vorrunde ein Spiel verliert? Das passierte bereits ganze vier Mal und trotzdem reichte es letztendlich zum Finale. Und obwohl Bundestrainer Joachim Löw noch am Freitag voller Enttäuschung und Wut die offene Wasserflasche über das Spielfeld schmiss ? eine Geste, die in einem Land wie Afrika, in dem ein Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu fließendem Wasser hat, vielleicht etwas daneben ist ? war auch er nach dem Spiel und in Hinblick den nächsten Gegner Ghana, ganz gelassen.
In Schweden interessiert sich gerade niemand so richtig für Umweltkatastrophen, Fußball oder die Politik. Denn zurzeit ist das ganze Land in Feierstimmung, die Thronfolgerin Prinzessin Victoria hat geheiratet und 200.000 Schaulustige haben das Spektakel mitverfolgt. Verwunderlich ist das nicht, denn Victoria hat nicht jemanden aus Adelskreisen geheiratet, sondern einen ?Bürgerlichen?, den ehemaligen Fitnesstrainer Daniel Westling. Das also ein nicht-adeliger in das Königshaus einheiratet und sich nun auch ?Prinz? nennen darf, erinnert ein bisschen an ein Märchen und findet deswegen wohl auch unter der schwedischen Bevölkerung so viel Zuspruch. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise würde sich die Bevölkerung bei einem Großereignis wie einer königlichen Hochzeit wahrscheinlich über die hohen Ausgaben beschweren, die zum Großteil der Staat zahlt. Die Hochzeit in Schweden war jedoch mit 2 bis 2,5 Millionen Euro noch eine von den billigsten Hochzeiten die in den letzten Jahren in der Welt veranstaltet wurden und deswegen gab es im Hinblick auf das Hochzeitspaar auch nur gute Resonanzen.
